Überblick über die Geschichte der Christuskirche

Die Christuskirchengemeinde ist 1930 als eigenständige Gemeinde im Stadtteil Süd-Ost von Hanau entstanden. Sie ist ursprünglich eine Tochter der Marienkirchengemeinde in der Stadtmitte Hanaus, die seit dem 13. Jahrhundert besteht.

Ab 1900 dehnte sich die Stadt Hanau stark Richtung Südosten aus. Dies machte eine neue Struktur der evangelischen Kirchengemeinden Hanaus notwendig. 1929 wurde der Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden gegründet. Außerdem sollte die „Evangelisch-unierte Kirchengemeinde der Oststadt“ entstehen. Im Dezember 1930 tagte der erste Kirchenvorstand dieser neuen Gemeinde, der ihr den Namen „Christuskirchengemeinde“ gab.

 

Die Gemeinde bekam je einen Pfarrer der schon bestehenden Gemeinden, der Marien- und der Johanneskirche, zugewiesen. Eine eigene Kirche gab es vorerst nicht. Diese wurde erst im Jahr 1934 erbaut und bot einschließlich Empore etwa 270 Menschen Platz. Am 19. März 1945, dem Tag des Großangriffs auf Hanau, wurde die Christuskirche schwer beschädigt. In mühsamer Handarbeit wurde die Kirche bis 1948 wieder aufgebaut.

 

Da der Stadtteil Süd-Ost aufgrund der Industrialisierung weiterhin stark wuchs, reichte die kleine Kirche bald nicht mehr aus. 1961 wurde der Grundstein für die neue, große Kirche gelegt, die ca. 600 Personen Platz bietet. Mit ihrem freistehenden Glockenturm ist die Kirche ein markanter Bau an der Hanauer Ehrensäule. Seit 1967 besitzt die Kirche eine große Orgel der Firma Peter und war bis 1994 Sitz einer hauptamtlichen Kirchenmusikerstelle. Seit 1994 wurde diese Stelle in eine nebenamtliche umgewandelt.

 

Seit den sechziger Jahren kamen vermehrt ausländische Gastarbeiter nach Hanau. Dies machte sich mit der Zeit auch in der Bevölkerungs- und Gemeindestruktur der Christuskirche bemerkbar. Die Zahl der Gemeindeglieder schrumpfte von ca. 8000 in den sechziger Jahren auf etwa 1800 im Jahr 2005. Die ursprünglich zwei Pfarrstellen der Christuskirchengemeinde wurden auf eine reduziert.

Dies stellt neue Herausforderungen an die Arbeit in der Gemeinde. Leergewordene Räume und Häuser wurden umgewidmet und vermietet. So sind in den Gebäuden der Christuskirchengemeinde heute verschiedene Bildungsinstitutionen zu Gast: das Pädagogisch-theologische Institut, das Evangelische Jugendpfarramt und die Evangelische Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendarbeit und das evangelische forum hanau. Außerdem sind in den Räumen des Gemeindehauses verschiedene Gruppen zu Gast: die syrisch-orthodoxe Gemeinde von Antiochia, die Anonymen Spieler und die Anonymen Esssüchtigen sowie eine überregionale Patchworkgruppe und der Funkamateurclub DARC.

 

Wie sich das Gemeindeleben unter den geänderten Bedingungen im Stadtteil gestaltet, lesen Sie in der Beschreibung unserer verschiedenen Gemeindegruppen und Gemeindeangebote.


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